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Erlebnisbericht: 196 km zum Warmlaufen und dann einen Halbmarathon

Angela Ngamkam und René Strosny berichten vom Badwater Ultramarathon

Die Laufgruppe des BLV "Rot-Weiß 90" organisiert in loser Folge Themenabende, bei denen entweder Sportler von ihren Erlebnissen berichten oder Mediziner und Wissenschaftler verschiedene Themen rund um das Laufen beleuchten.

Am Sonnabend, dem 26. Mai 2007, stand ein Erlebnisbericht von Angela Ngamkam und René Strosny über den Badwater Ultramarathon auf dem Programm. Leider verhinderte ein heftiges Gewitter kurz vor dem Vortag ein größeres Publikum, so dass es eine recht familiäre Runde war.

Angela Ngamkam nahm den Lauf über 217 km in Angriff und René Strosny gehörte zu ihrem zweiköpfigen Supporter-Team. Es war Pflicht, dass mindestens zwei Betreuer mit dem Auto einen Läufer begleiten. Angela hatte also das Minimalteam, die Spitzenläufer hatten 20 oder mehr Betreuer!

Ich möchte an dieser Stelle nicht den Vortrag wiederholen. Es sollen einfach nur einige Eckdaten genannt werden, die bei den meisten Menschen bereits Kopfschütteln hervorrufen, ohne dass bereits das Wort "Laufen" gefallen ist.

Es war eine Strecke von 217 km auf Asphalt zu absolvieren. Das Thermometer zeigte früh um 8 bereits 40 Grad im Schatten. Auf der Strecke gab es nahezu keinen Schatten, die Sonne brannte mit mehr als 55 Grad auf die Läufer und Betreuer im Auto. Der Asphalt war so heiß, dass man Spiegeleier drauf braten konnte. Das Streckenprofil ist die Erläuterung für die Überschrift.

Angela war zuvor bereits in klirrender Kälte und auch schon durch Wüsten gerannt. Trotzdem musste sie sich in Vorbereitung auf diesen Lauf mit den verschiedenen Hitzekrankheiten (Hitzschlag, Sonnenstich, Dehydrierung, usw.) und deren Vermeidung beschäftigen. Auch die Betreuer mussten die Anzeichen kennen, um den Läufer entsprechend zu versorgen.

Das Wichtigste ist natürlich die Kühlung. Schwitzen allein reicht nicht aus. Eine Medizinische Studie, die während des Laufes durchgeführt wurde, zeigte, dass die Körperkerntemperatur bei rund 40 Grad lag, also im Bereich von hohem Fieber. Angela trug lange weiße Baumwollkleidung ("Billiges Zeug, was man danach wegwirft."). Alle 500 m bekam sie ein in Eiswasser getränktes Handtuch, was sie sich über den Kopf legte. An den Handgelenken trug sie Tücher mit Eiswürfeln, um den Puls zu kühlen. Nach ca. einem Kilometer musste die Trinkflasche wieder gefüllt werden, Trinkleistung ca. 40 Liter am Tag!

Nach 45 Stunden und ein paar Minuten kam Angela Ngamkam absolut glücklich ins Ziel. Wer denkt, dass man sich dann eine Woche nicht mehr bewegen kann, der irrt! Vier Stunden Schlaf, dann ging es zur Siegerehrung, danach tanzten die beiden, die seit dem Deutschlandlauf 2005 (René berichtete) ein Paar sind, bis spät in die Nacht (und hätten noch weiter getanzt, wenn der Wirt nicht nach Hause gegangen wäre).

An dieser Stelle möchte ich an alle Läufer appellieren: Übertreibt es nicht. Die aktuellen Todefälle bei (einfachen) Marathonläufen und sogar bei 10-km-Läufen zeigen, dass übertriebener Ehrgeiz ein hohes Gesundheitsrisiko in sich birgt. Nehmt bitte nur an Wettkämpfen teil, die Eurem aktuellen Leistungsniveau entsprechen.

Erlebnisbericht: 196 km zum Warmlaufen und dann einen Halbmarathon
Das Angelas Maskottchen während des Laufs: Ein Roadrunner
Erlebnisbericht: 196 km zum Warmlaufen und dann einen Halbmarathon
Das Höhenprofil: Der letzte Anstieg entspricht einem Halbmarathon
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René Strosny und Angela Ngamkam
Erlebnisbericht: 196 km zum Warmlaufen und dann einen Halbmarathon
Ein Thermometer unterwegs
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Der Test mit dem Spiegelei
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Angela Ngamkam
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Anna Zähr überreicht Dankgeschenke vom Verein
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Die Finisher-Medaille
Erlebnisbericht: 196 km zum Warmlaufen und dann einen Halbmarathon
Die wahrscheinlich teuerste Gürtelschalle der Welt: ca. 10.000 Euro kosteste die Vorbereitung und Teilnahme an diesem Lauf. Der Lohn war diese Schnalle.
 


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